Auf dieser Seite geht es um Tipps von Campern für Camper, ohne jeden Rechtsanspruch. Keiner dieser Tipps ersetzt das Lesen der Gebrauchsanleitung oder gibt verbindliche verkehrsjuristische bzw. länderspezifische Informationen. Beachten Sie länderspezifische Gesetze und Regeln. Alle Angaben ohne Gewähr! Es gelten ausschließlich die Anleitungen der Hersteller der von Ihnen verwendeten Marken und Produkte.

How to camp ?
Ich komme das erste Mal auf einem Campingplatz an, wie geht das dann dort?
Ein Campingplatz hat normalerweise eine Rezeption. Dort kann man davor auf Wohnwagen geeigneten Parkplätzen stehen bleiben uns sich anmelden. Mit oder ohne Reservierung ist das meist möglich. Die sagen dann welche Plätze frei sind, man sucht sich einen davon aus, die kann man normal vorher anschauen gehen, und dann stellt man den Wohnwagen dort hin. Wenn man spät abends oder in der Nacht ankommt, kann man auf vielen Plätzen z.B. in Kroation vor der Rezeption auch stehen bleiben, und ggf. auch schlafen bis die Rezeption aufmacht. Auf Google Maps z.B. kann man das vorher schon so halbwegs aus der Luft anschauen, ob es dort so Möglichkeiten gibt, oder beim Campingplatz auf der Homepage nachlesen. Beim Aufstellen des Wohnwagens ein wenig auf die Himmelsrichtung achten, je nachdem ob ihr Schatten oder Sonne bevorzugt. Richtung Süden schauen oder Richtung Westen schauen bedeutet auch, dass es heißer ist vor allem am Nachmittag/Abend, und ihr vor allem im Süden im Sommer dann Schatten braucht! Am Stellplatz wird der Wohnwagen dann vom Auto abgehängt, in die gewünschte Position gestellt, die Stützen werden runter gekurbelt (Unterlagshölzer mitnehmen). Den Wohnwagen gerade hinstellen (s. eigenes Kapitel), Strom anstecken, Vorzelt/Markise/Sonnensegel aufbauen und fertig. Eine Unterlagsmatte solltet ihr mithaben, gibt es bei uns im Geschäft (mind. 4 x 2,5 m groß).
Wie stelle ich den Wohnwagen gerade (waagrecht) auf?
Also wir machen das immer so: Zuerst einmal schauen, das die Räder halbwegs gerade stehen, nicht auf einer Seite höher als auf der anderen sind. Wenn das nicht gelingt (meistens sind die Stellplätze eh geebnet), dann hilft z.B. ein Auffahrtskeil. Dann mit dem Bugrad vorne – hinten halbwegs in die Waage stellen. Wenn man ein paar Meter vom Wohnwagen weg geht, sieht man das mit freiem Auge schon recht gut, ob er gerade oder schief steht. Es gibt so kleine Wasserwagen, die man am Boden auflegen kann, wo man das sieht, oder man versucht es mit einer Wasserwaage, die das Handy eingebaut hat. Alternativ etwas altmodischer geht auch eine breite Wasserschüssel oder Tasse mit Wasser drinnen, die man in den Wohnwagen am Boden stellt. Dann die Stützen runter Kurbeln. An der Stütze beginnen, wo er am weitesten in die Höhe muss. Dann die nächste Stütze mit der selben Logik usw. Vorsichtig den Wohnwagen anheben, die Stützen sind keine Wagenheber. Solltet ihr zu viel anheben müssen, dann eher einen Reifen auf einen Keil stellen, oder den anderen Reifen ein wenig eingraben. So das ihr den Wohnwagne auch wieder raus ziehen könnt nach dem Urlaub. Mit ein wenig Übung gelingt das gut, und wie gesagt, die Stellplätze sind meist eh ganz eben!
Hat man Strom im Wohnwagen?
Ein Wohnwagen der über eine Stromversorgung funktioniert hat eine Steckdose außen, die man mit dem 230 V Strom vom Campingplatz verbindet. Dazu gibt es geeignete und genormte Zwischenstecker bei uns im Geschäft zu kaufen. Zusätzlich verwendet man ein geeignetes Verlängerungskabel/Kabeltrommel, wo die Kabel einen passenden Durchmesser haben, auch das gibt es bei uns im Geschäft zu kaufen. Keine billigen Verlängerungskabel einsetzen, das hier nichts passiert! Ist der Wohnwagen an den Strom angeschlossen, funktionierten die 230 V Steckdosen im Wohnwagen, und auch alle Lampen und Lichter und der Kühlschrank. Wenn der Wohnwagen am Zugfahrzeug angeschlossen ist, und das Zugfahrzeug ausreichend Strom liefert (12 V) funktionieren im Wohnwagen bei einem Zwischenstopp z.B. auch ein paar Lichter meistens und die Klospühlung über das sogenannte Dauerplus des geeigneten Autos.
Gibt es einen Kühlschrank im Wohnwagen?
Es gibt hier 2 Arten von Kühlschränken: Den Absorber und den Kompressor. Vereinfacht gesagt funktioniert der Absorber mit Gas und Strom (230 + 12 V), der Kompressor nur mit Strom (230 V/12 V). Der Absorber braucht mehr Energie, der Kompressor ist effizienter. Wie die einzelnen Kühlschränke dann genau funktionieren, wann und wo die 12 V Versorgung des Kühlschrankes funktioniert ist dann schon ein wenig umfangreicher. Das können wir gerne bei uns genauer besprechen. Gas darf während der Fahrt nicht aufgedreht sein, außer man hat eine DuoControl z.B. mit einem Crashsensor verbaut. Mit 12 V im Stand ohne externen Stromanschluß oder laufenden Motor funktioniert ein Kühlschrank oft nicht. Auch mit laufendem Motor kommt nicht immer genug Strom im Wohnwagen an, sodass Verbraucher versorgt werden können.
Wie geht das mit der Toilette im Wohnwagen?
Fast alle unsere Wohnwagen haben eine fixe Toilette eingebaut. Das funktioniert recht einfach: Im Toilettraum ist ein Klo verbaut, da macht man rein und öffnet einen Schieber. Alles fällt dann runter in einen Tank. Dort ist eine Tablette oder Flüssigkeit drinnen, die nach jedem mal Fäkalientank entleeren (das macht man in einer Entsorgungsstation am Campingplatz z.B.) erneuert wird. Diese Tablette zersetzt alles und sorgt für neutralen Geruch. Zum Spülen gibt es einen Knopf, der Wasser nachlaufen lässt. Wenn der Tank voll ist, ausleeren gehen, ausschwämmen mit Wasser und wieder in den Wohnwagen rein schieben. Wenn der Wohnwagen keine Toilette eingebaut hat, kann man z.B. ein Porta Potti kaufen, das funktioniert vergleichbar. Es gibt auch andere Toilettsysteme, Trenntoiletten, Verschweißtoiletten, Verbrenntoiletten usw., die sind aber nicht so verbreitet im Einsatz.
Wie funktioniert das mit dem Abwasser im Wohnwagen?
Ein Wohnwagen hat üblicherweise keinen Abwassertank eingebaut. (Das haben nur Reisemobile/Kastenwagen). Das sogenannte „Grauwasser“ aus der Abwasch, ggf. der Dusche und dem Handwaschbecken wird meistens unter dem Wohnwagen an einem Auslass ins Freie abgelassen. Man stellt hier einen Kübel (oder Abwasserkanister) darunter, den man dann ausleeren kann. Die Toilette hat einen eigenen Tank, der muss natürlich entsorgt werden – z.B. am Campingplatz.
Braucht ein Wohnwagen eine Vignette?
Nein, ein Wohnwagen braucht keine österreichische Autobahnvignette. Ein Wohnwagen ist das, was man beim Auto hinten anhängt. Ein Reisemobil/Wohnmobil oder Camper Van/Kastenwahen braucht bis 3.500 kg eine Vignette, darüber müsst ihr dann eine Go-Box haben, Infos dazu z.B. bei der Asfinag: https://www.asfinag.at/maut-vignette/go-maut/.
Wo wiege ich mein Fahrzeug?
Da gibt es viele Möglichkeiten: Die Automobilclubs haben teilweise Waagen, am besten ihr fahrt aber zu einem Lagerhaus, dort gibt es oft Brückenwaagen, oder zu einer modernen KFZ Prüfstelle, wenn die auch landwirtschaftliche Fahrzeuge betreut haben die dann meistens auch eine Waage, wo ihr drauf fahren könnt. Das kostet meistens ein paar Euro. Eh klar.
Darf ich mit meinem Auto einen Wohnwagen ziehen?
Generell ja klar, wenn folgendes erfüllt ist:
Zuerst einmal muss das Auto eine Anhängekupplung haben, und im Zulassungsschein unter O.1./Anhängelast gebremst müsst ihr die maximale Anhängelast ablesen. Das Auto muss logischerweise immer das tatsächliche Istgewicht des Wohnwagen ziehen dürfen (unsere Wohnwagen sind fast immer „gebremste Anhänger“, haben also eine Bremse eingebaut). Dann müsst ihr einen Führerschein haben, Klasse B natürlich. Mit dem B Führerschein dürfen dann das Auto und der Wohnwagen gemeinsam ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von maximal 3.500 kg haben.
Also: Höchtzulässiges Gesamtgewicht Auto + höchtzulässiges Gesamtgewicht Wohnwagen = maximal 3.500 kg. Und das Auto muss das tatsächliche Gewicht des Wohnwagen natürlich ziehen dürfen (siehe Grafik ganz oben „Anhängelast gebremst“).
Was ist jetzt aber, wenn die höchtzulässigen Gesamtgewichte von Auto und Wohnwagen mehr als 3.500 kg ergeben?
Bis 4.250 kg zusammen braucht ihr dann die Führerscheinerweiterung Code 96 (B96). Da geht ihr zu einer Fahrschule, habt dort einen Theoriekurs der 3 h dauert, und nehmt 4 Fahrstunden mit Anhänger in der Fahrschule. Keine Prüfung notwendig. Kein Mindesralter oder ähnliches erforderlich. Das Auto muss dann das tatsächliche Gewicht des Wohnwagen natürlich wieder ziehen dürfen. Ist das gesamte Gespann dann auch noch schwerer als 4.250 kg, müsst ihr den Führerschein BE machen. Da dürft ihr dann mit einem Auto, das max. 3.500 kg höchtzulässiges Gesamtgewicht hat, einen Wohnwagen ziehen, der ebenfalls max. 3.500 kg hzGG hat. Da habt ihr dann die selbe Ausbildung wie bei dem Code 96, müsst dann aber klarerweise auch eine Theorieprüfung am Computer machen, es wird nur mehr das neue klassenspezifische Wissen (Prüfungsmodell BE) geprüft und auch eine Fahrprüfung mit Anhänger ablegen.
Angaben ohne Gewähr. Detaillierte Infos dazu können euch Fahrschulen, Automobilclubs oder offizielle Internetseiten geben (https://www.oesterreich.gv.at/themen/persoenliche_dokumente_und_bestaetigungen/fuehrerschein/6/Seite.040150.html).
Braucht mein Wohnwagen Winterreifen?
Anhänger unter 3,5 to Gesamtgewicht benötigen in Österreich keine Winterreifen. Sie dürfen also im Winter mit Sommerreifen am Wohnwagen fahren. Wenn das Zugfahzeug Spikereifen hat, benötigt auch der Anhänger Spikes.
Sie sind allerdings für die Verkehrssicherheit verantwortlich. Rutscht bei Schnee/Eis/Matsch also der Anhänger, und es passiert ein Unfall, handeln Sie ggf. fahrlässig!
Wir empfehlen also: Fahren sie also tunlichst nicht mit Sommerreifen, wenn winterliche Fahrbahnzustände herrschen mit ihrem Wohnwagen!
Erkundigen Sie sich bei den Autofahrerclubs, oder z.B. im Rechtsinformationssystem (RIS) nach den gültigen Regeln.
Mit dem Wohnwagen auf die Fähre
- Online oder Reisebüro buchen: Gewünschte Strecke aussuchen, mit Kabine, oder ohne. Auf Pullmannsitzen kann mach auch über die Nacht buchen.Oder eben nur Deckpassage, was sehr viele machen. Da schläft man halt irgendwo am Schiff oder am Deck am Boden.
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- Fahrzeuglänge: Gesamtlänge und -höhe von Zugfahrzeug plus Anhänger (inklusive Fahrradträger) genau angeben.
- Gas sperren: Alle Gasflaschen vor der Auffahrt komplett zudrehen.
- Tasche packen: Das Autodeck ist während der Fahrt gesperrt. Wichtige Dokumente, Medikamente und Kleidung vorab mitnehmen. Selten Ausnahme ist „Camping on board“. Hier kann man im Fahrzeug schlafen.
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- Zeitpuffer: Mindestens zwei Stunden vor Abfahrt am Terminal sein.
- Wartespur: Nach dem Check-In am Schalter am Hafen in die zugewiesene Spur für Gespanne einreihen. Das machen die Hafenmitarbeiter recht einfach, nur den Anweisungen folgen.
- Formalitäten: Ihr bekommt Tickets, Fahrzeugkärtchen oder ähnliches, die euch dann für euer passendes Schiff am Hafen ausweisen.
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- Einweisern folgen: Das Fährpersonal lotst Sie zentimetergenau auf den Stellplatz.
- Rampen beachten: Sehr langsam und leicht schräg auf die Rampen fahren, damit das Heck des Wohnwagens nicht aufsetzt.
- Vorwärts fahren: Große Fähren werden meist vorwärts befahren und verlassen. Rangieren ist selten nötig.
- Sichern: Handbremse am Auto und am Wohnwagen fest anziehen. Gang einlegen.
- Spiegel einklappen: Zusatzspiegel einklappen, da die Fahrzeuge extrem dicht stehen.
- Deck merken: Decknummer oder Treppenhausfarbe notieren (Foto machen), um das Gespann wiederzufinden.
An Board während der Überfahrt gibt es dann alles mögliche, quasi meistens wie auf einer Kreuzfahrt. Restaurant, oder Bistro, Kaffeehaus, Bar, oft auch Live Musik an Deck. Das ist meistens recht nett und sehr bequem. Oft gibt es auch Casino oder sogar Swimming Pool an Board.


